In dieser Woche wurde das Projekt „Möbelbau“ der Tischler Mittelstufe abgeschlossen.
Der Tischlerberuf ist einer der wenigen Ausbildungsberufe in Handwerk, bei dem die Anfertigung eines sehr aufwändigen Gesellenstückes (100 Stunden) Bestandteil der praktischen Abschlussprüfung ist. Überwiegend werden Möbelstücke angefertigt, es können aber auch Haustüren oder Treppen hergestellt werden. Der Bereich „Einzelmöbel herstellen“ ist im 2. Ausbildungsjahr dem Lernfeld 5 zugeordnet. Bisher wurde dieses Lernfeld in einem Projekt Möbelbau theoretisch erarbeitet.
In diesem Jahr wurde die Aufgabenstellung offener gestaltet als in den vergangenen Jahren. Die Funktion der Möbel konnte frei gewählt werden, wobei bestimmte Rahmenbedingungen vorgegeben wurden. Die Möbelstücke wurden von den Auszubildenden auch selbst hergestellt. Für die Fertigung der Möbelstücke hatten sie 16 Stunden Zeit, die im Ausbildungsbetrieb oder in der schuleigenen Werkstatt genutzt werden konnte. Die handlungsorientierte Gestaltung, Planung und Herstellung eines Kleinmöbels diente auch als Generalprobe für die Herstellung des Gesellenstückes im nächsten Jahr. Nach der Formfindung und Gestaltung unter Berücksichtigung der Gebrauchstüchtigkeit der Möbelstücke wurde eine Fertigungszeichnung, eine Materialliste und ein Arbeitsablaufplan erstellt. Die Möbel sollten eine Vollholzverbindung und ein bewegliches Bauteil als Anforderung enthalten. Die Fertigungszeichnung wurde überwiegend mit dem computergestützten Zeichenprogramm Vektorworks erstellt. Materiallisten konnten mit dem Tabellenkalkulationsprogramm Excel angefertigt werden. Ein Arbeitsablaufplan sollte die Planung vervollständigen Alle Unterlagen sind in einer Projektmappe zusammengetragen worden, bevor es an die Fertigung der Möbelstücke ging.
Nach der Fertigung haben die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen jeweils 8 Möbel nach den Bewertungskriterien für die Gesellenstücke beurteilt und bewertet. Hier ging es um Fertigungszeichnung, Stückliste, Arbeitsablaufplan, Maß- und Formgenauigkeit, Passen der Verbindungen und Beschläge, Gestaltung und Oberfläche. Das Bewerten anderer Stücke konnte helfen, die Bewertung des eigenen Stückes besser einordnen zu können und die Sinne für die Planung und Herstellung des Gesellenstückes im nächsten Jahr zu schärfen. In einem Fachgespräch wurden die Möbelstücke einer Prüfungskommission bestehend aus Herrn Gausmann, Herrn Papst und Herrn Repöhler vorgestellt, besprochen und bewertet.
Die großen Anstrengungen haben sich gelohnt, wie es die Bilder deutlich zum Ausdruck bringen. Alle waren sich einig, dass der Lernertrag sehr hoch war und dass das Projekt im nächsten Jahr wiederholt werden soll.


