Im Rahmen eines schulischen Gruppenprojekts des BKTL Ibbenbüren setzten sich die Studierenden Erik Grün, Milana Kehlhorn und Juana Bock intensiv mit dem Thema kreative Biographiearbeit auseinander.
In enger Zusammenarbeit mit der ALTERnatives Wohnen eG in Laggenbeck entwickelten und realisierten sie eine mehrwöchige kreative Handlungsreihe für zum Teil demente Seniorinnen und Senioren im betreuten Wohnen. Ziel des Projekts war es, die geistigen, motorischen sowie sozialen Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner gezielt zu fördern und gleichzeitig ihre individuellen Lebensgeschichten wertzuschätzen, sichtbar zu machen und in den Mittelpunkt zu stellen.
Über mehrere aufeinander aufbauenden Einheiten hinweg arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam an der Gestaltung eines individuellen Lebenspuzzles aus Holz. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner erhielt ein eigenes Puzzleteil, das frei und selbstbestimmt gestaltet werden konnte. Mithilfe von Farben, Formen, Buchstaben, Symbolen und verschiedenen dekorativen Materialien brachten die Seniorinnen und Senioren persönliche Erinnerungen, Interessen, biographische Erlebnisse und prägende Lebensstationen zum Ausdruck.
Während der gesamten Projektarbeit standen die Prinzipien der Biographiearbeit, der Selbstwirksamkeit sowie des Gemeinschaftserlebens im Vordergrund. Durch begleitende Gespräche über frühere Lebensabschnitte, familiäre Erinnerungen, berufliche Erfahrungen oder persönliche Vorlieben wurden Erinnerungen aktiviert und Erzählanlässe geschaffen. Gleichzeitig förderten die handwerklichen Tätigkeiten und kreativen Gestaltungsprozesse die Feinmotorik, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer der Teilnehmenden. Die gemeinsame Arbeit am Projekt ermöglichte zudem zahlreiche soziale Interaktionen, förderte den Austausch untereinander und stärkte das Gefühl von Zugehörigkeit innerhalb der Wohngruppe.
Besonders deutlich wurde im Verlauf des Projekts, wie positiv sich kreative Angebote auf die emotionale Befindlichkeit und das Selbstwertgefühl der Seniorinnen und Senioren auswirken können. Viele Teilnehmende zeigten große Motivation, Stolz auf ihre eigenen Werke und Freude daran, ihre persönlichen Geschichten mit anderen zu teilen. Eine Bewohnerin sagte: ,,Mich hat noch keiner gefragt, warum ich so gerne zeichne, obwohl es mich sehr an meine Kindheit erinnert´´. Ein anderer Bewohner meldete uns zurück, dass er noch nie mit den anderen Bewohnern über seine Kindheit gesprochen hatte. Die wertschätzende Begleitung durch die Studierenden sowie die offene und unterstützende Atmosphäre trugen wesentlich zum Gelingen der Handlungsreihe bei. Beim abschließenden gemeinsamen Zusammensetzen der einzelnen Puzzleteile entstand schließlich ein großes Gemeinschaftswerk, das sinnbildlich für Zusammenhalt, Vielfalt und gelebte Gemeinschaft innerhalb der Wohngruppe stand. Insgesamt zeigte das Projekt eindrucksvoll, wie kreative Biographiearbeit sinnvoll und gewinnbringend in den Alltag des betreuten Wohnens integriert werden kann. Es leistete einen wertvollen Beitrag zur Förderung von Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensfreude im Alter. Die durchweg positiven Rückmeldungen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der betreuenden Fachkräfte bestätigten den hohen pädagogischen und sozialen Wert des Angebots und unterstrichen dessen Nachhaltigkeit und Potenzial für zukünftige kreative Aktivitäten innerhalb der Einrichtung.
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Für Fragen steht Ihnen das Team des Berufskollegs gerne zur Verfügung:
P.S.: Finanziert werden kann die Ausbildung in der Heilerziehungspflege mittels Aufstiegs-BAföG. Das Berufskolleg ist zudem ein nach AZAV akkreditierter Standort für Umschulungen.


